Gegenstände erzählen Geschichte

Unsere Sechstklässler begegnen in diesen Tagen zum ersten Mal dem Unterrichtsfach Geschichte. Gleich in der zweiten Stunde schleppten die Jugendlichen Gegenstände in die Schule, die Vorfahren besessen hatten. Eine Kaffeemühle, ein Fernrohr, Münzen, ein Geldschein, ein Lehrbrief, eine Taschenuhr, ein Wachsstöckl und vieles mehr konnte betrachtet werden. Spannend war, was die Gegenstände zu erzählen hatten. Die Geldscheine berichteten zum Beispiel von einer Zeit, in der der Wert des Geldes verfiel. Im Lehrbrief konnten wir nachlesen, dass die Ahnin des Schülers eine ausgezeichnete Handwerkerin war, die hervorragende Noten hatte – außer im Bereich „Theorie“. Dass die Vorfahrin wohl nicht so gern gelernt hat, sorgte für Heiterkeit. Auf einer Uhr fanden wir auf der Rückseite mithilfe unserer Dokumentenkamera, die sehr gut vergrößern kann, die Inschrift die Gravur „Remontoir / 10 Rubis“, was laut KI auf ein mechanisches Zylinderuhrwerk hinweist. Wörtlich teilte uns die KI mit: „„10 Rubis“ bedeutet, dass das Zylinderwerk mit 10 Rubin-Lagersteinen ausgestattet ist, um Reibung zu verringern. „Remontoir“ steht für den Kronenaufzug (Handaufzug über die Krone statt mit einem separaten Schlüssel).“ Die Kaffeemühle funktioniert noch einwandfrei – dagegen ist ein Blechschild, das die Jugendlichen beim Angeln aus einem Weiher gezogen haben, schon recht ramponiert. Bei eBay wird dieses Schild zeitlich um 1935 eingeordnet. In die Zeit fällt auch das Wachsstöckl, das bei Kommunion oder Firmung als Erinnerungsstück verschenkt wurden.

Jetzt heißt es, Wege zu finden, wie man überprüfen kann, ob eBay und die KI Recht haben. Und schon sind wir auf dem Weg, uns die Vergangenheit zu erschließen .