
Am Freitag, dem 27.02.2026, machte sich unser zehnter Jahrgang im Rahmen des
Geschichtsunterrichts auf den Weg zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Schon während
der Busfahrt war die Stimmung anders als bei gewöhnlichen Ausflügen – ruhiger und
nachdenklicher. Gegen halb neun erreichten wir das Gelände, wo uns Mitarbeitende
der Bildungsabteilung empfingen und in Gruppen über das Areal führten.
Unser Rundgang begann auf dem ehemaligen Appellplatz. Dort erfuhren wir, dass die
Häftlinge hier täglich antreten mussten – bei jedem Wetter und oft über viele Stunden
hinweg. In unmittelbarer Nähe befanden sich Gebäude der SS, darunter die
Kommandantur. Besonders eindrücklich war die Vorstellung, dass auf diesem Platz
nicht nur Strafen vollzogen, sondern auch Hinrichtungen durchgeführt wurden. Das
Lager war von einem elektrischen Zaun und Wachtürmen umgeben, was
Fluchtversuche nahezu unmöglich machte.
Ein weiterer Halt war die ehemalige Aufnahme- und Waschanlage. Hier begann für die
Neuankömmlinge der Lageralltag: Sie wurden ihrer persönlichen Gegenstände
beraubt, mussten ihre Kleidung ablegen, wurden geschoren und erhielten eine
Häftlingsnummer. Von diesem Moment an zählte nicht mehr der Name, sondern nur
noch die Nummer auf der dünnen Kleidung. Besonders bedrückend war die
Erkenntnis, wie systematisch den Menschen ihre Identität genommen wurde.
In der Nähe der Grundmauern einer früheren Jugendbaracke legten wir eine kurze
Pause ein. Unser Guide berichtete, dass selbst Jugendliche und sehr junge
Gefangene im Lager inhaftiert waren. Auf dem Weg am ehemaligen Krankenrevier
vorbei sprachen wir über die Rolle der Lagerärzte. Neben einer minimalen
medizinischen Versorgung fanden dort auch grausame Experimente statt, die für viele
Häftlinge tödlich endeten.
Zum Abschluss der Führung besuchten wir das sogenannte „Tal des Todes“, das
besonders im Winter nur aus der Ferne betrachtet werden kann. Dieser Ort
verdeutlichte noch einmal das Ausmaß des Leidens, das mit dem Lager verbunden ist.
Von dort aus hat man auch einen Blick auf das Krematorium. Der Gedanke, dass
dieser Ort zum Verbrennen der Leichen genutzt wurde, machte viele von uns
sprachlos.
Nach der Führung konnten wir die Dauerausstellung „Konzentrationslager
Flossenbürg 1938–1945“ eigenständig erkunden. Fotos, persönliche Gegenstände
und Berichte von Überlebenden halfen uns, die historischen Informationen besser zu
verstehen und individuelle Schicksale nachzuvollziehen.
Gegen Mittag traten wir die Rückfahrt nach Vohenstrauß an. Die Eindrücke dieses
Tages wirkten noch lange nach. Der Besuch der Gedenkstätte war keine gewöhnliche
Exkursion, sondern eine eindringliche Erinnerung daran, wie wichtig es ist, Geschichte
nicht zu vergessen.
Von Melanie Träger und Clemens Braun, Klasse 10A

